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Schutz vor Mietenexplosion und Eigenbedarfskündigung

Problemstellung

Immer wieder wird in der Politik und von Mieterverbänden ein besserer Schutz vor Mietsteigerungen und Eigenbedarfskündigungen gefordert. Beispielhaft mag dafür stehen

Mit der Zielrichtung, Mietenanstiege zu verringern und Eigenbedarfskündigungen zu verhindern, wurden in der letzten Zeit diverse gesetzliche Änderungen vorgenommen:

Zugleich fordern Teile der Politik weitere Verschärfungen: noch geringere Modernisierungsumlagen, noch geringere oder gar keine Mieterhöhungen, Verbot von Eigenbedarfskündigungen so weit irgendwie möglich, und die Kosten der Bewirtschaftung soll der Vermieter künftig möglichst auch nicht mehr vom Mieter ersetzt verlangen können, Beispiel CO2-Umlage.

Die beiden Ziele, einerseits „Mieter vor Eigenbedarfskündigung zu schützen“ und andererseits „die Mieteinnahmen des Vermieters zu begrenzen und seinen Kostenanteil an den Hauskosten zu erhöhen“ beißen sich. Wenn sich vermieten nicht lohnt, vielleicht sogar der Vermieter draufzahlt, wird der Vermieter selbst nutzen wollen oder an jemanden verkaufen, der selbst nutzen will.

Um dennoch beide Ziele durchzusetzen, hat die Politik die vorstehende Interventionsspirale entfacht und zerstört in meinen Augen damit zunehmend den Wohnungsmarkt. Zeitungsberichte darüber, daß ein Wohnungssuchender nichts findet, mehren sich, aktuell Kevin Kühnert, der sich öffentlich über die Ergebnisse der eigenen Politik beschwert.

Lösung

Ich habe einen Vorschlag. Einen, der niemandem schadet. Er verlangt Vermietern nichts ab, er beschränkt nicht das Recht auf Eigenbedarfskündigung und er führt nicht zu höheren oder geringeren Mieten. Mein Vorschlag schützt nicht nur dauerhaft und endgültig vor Mietpreissteigerungen, sondern er führt sogar zu sinkenden Wohnkosten, ohne daß die Einnahmen des Vermieters schrumpfen. Er schützt zugleich endgültig vor Eigenbedarfskündigung und auch jeder anderen Form von Wohnungskündigung, und zwar ohne jede Ausnahme. Außerdem verhindert mein Vorschlag Altersarmut.

Ich habe mir diese Lösung nicht selbst ausgedacht, sondern sie stammt aus der BR-Drucks. 75/51 vom 26.01.1951. Der Gesetzgeber wollte damals der Bevölkerung ermöglichen, zu niedrigst möglichen Kosten zu wohnen. Altersarmut durch zu hohe Mieten sollte vermieden werden. Auch wollte der Gesetzgeber die Bevölkerung vor jeder denkbaren Kündigung ihres Wohnraums schützen.

Also wurde das WEG geschaffen. Seit 1951 haben die Menschen die Möglichkeit, nicht nur ganze Grundstücke und Häuser, sondern auch eine einzelne Wohnung zu kaufen. Das schützt gleichermaßen vor Mietsteigerung, vor Wohnungsverlust durch Kündigung und vor Altersarmut. Diese Möglichkeit besteht bis heute für jeden, der sie sich leisten kann.

Und genau darin liegt das Problem: kaum einer kann sich das heute noch leisten. Die Ursache dafür liegt allerdings allein in der Politik, d.h. sie wäre durch simple politische Entscheidung zu beheben:

Ein größeres Programm zur Alterssicherung, zum Vermögensaufbau der Bevölkerung und zum Kündigungsschutz von Wohnraum ist m.E. kaum denkbar, und das beste ist: es kostet den Staat fast nichts. Er muß es nur tun. Zwar fallen Einnahmen der Länder aus Grunderwerbsteuern weg. Im Gegenzug reduziert sich aber dauerhaft und in steigendem Maße die Notwendigkeit von Wohnkostenhilfen oder ergänzende Sozialhilfe an Bedürftige, namentlich Ruheständler. Auch die Gerichte würden von Mieterhöhungs- und Eigenbedarfsprozessen entlastet, die Bezirksämter könnten Personalkosten in den Umwandlungs- und Zweckentfremdungsabteilungen einsparen, Gerichtsvollzieher hätten weniger Räumungen durchzuführen, die von der Politik adressierten Härten würden schlagartig abnehmen und im Zeitverlauf weiter schwinden.

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