Deutsche Bank Research: Immobilienmarkt 2019

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Zusammenfassung

Die Deutsche Bank Research hat ihren Ausblick auf den deutschen Immobilienmarkt 2019 vorgelegt. Die Zinsen bleiben niedrig, Fachkräfte in der Baubranche fehlen, der Bedarf bleibt weiterhin hoch, kurz: alle preistreibenden Faktoren bestehen fort, so daß ein Ende des Preiszyklus nicht in Sicht ist. Die Experten der Deutschen Bank warnen: die Überbewertungen und das Risiko einer ausgewachsenen Preisblase im deutschen Häusermarkt steigen. Bis der Preisgipfel erreicht wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Das gilt sowohl bundesweit als auch für die meisten Metropolen.

Berliner Situation im Detail

Dem Immobilienmarkt in Berlin wenden sich die Autoren konkret ab Seite 13 zu. Einfamilienhäuser kosten hier aktuell etwa die Hälfte dessen, was in den westlichen Metropolen aufgerufen wird. Das klingt aus externer Sicht extrem billig, immerhin ist Berlin die Hauptstadt. Die Dynamik bei den Kaufpreisen ist aber hoch, die Steigerungen liegen bei 5 bis 15% über das letzte Jahr. Die Mietsteigerungen waren mit 3% deutlich niedriger.

In Berlin ist die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren stark zurückgegangen, wir nähern uns dem westdeutschen Standard an. So waren im Jahr 2003 noch 20% der Menschen arbeitslos, jetzt im November 2018 lediglich 7,6%. Wesentlich mehr Menschen als früher können sich also unabhängig vom Amt höhere Wohnkosten leisten – und tun das, wie ein konstant steigender Flächenverbrauch pro Kopf zeigt.

In Berlin limitieren insbesondere knappes Bauland und Fachkräftemangel weiteren Wohnungsbau. Es werden wesentlich mehr Baugenehmigungen erteilt als tatsächlich Wohnungen gebaut. Die Eigentümerquote ist mit unter 16% bundesweites Schlußlicht, viele Mieter würden gern Wohneigentum kaufen (und können das nicht, weil das Angebot fehlt, siehe meine Beiträge zu Milieuschutz etc. sowie mein unten verlinktes Buch). Bis zum Jahr 2030, also in den nächsten 11 Jahren, wird ein Einwohnerzuwachs von weiteren 260.000 Menschen erwartet, der Druck auf den Wohnungsmarkt bleibt damit hoch.

Buchempfehlung

(als Taschenbuch hier, als ebook nachstehend)